Was kam dann?

In der Zeit zwischen 28 und 45, wenn andere eifrig an der Karriere arbeiten, setzte Wolfram Eicke eine andere Priorität.

„Mit Inge, einer außergewöhnlichen Frau, habe ich zwei Kinder großgezogen. Das war unsere wichtigste Aufgabe, und 17 Jahre lang stand die Familie an erster Stelle.“ Wolfram versorgte die Kinder von klein auf als „Vormittags-Hausmann“, solange Inge in der Schule unterrichtete.

"Das war eine unglaubliche Zeit. Von meinen Jungs habe ich viel gelernt. Eine wunderbare Erfahrung: Du erlebst, dass so ein kleines Wesen dir vertraut. Und du darfst dich dieses Vertrauens würdig erweisen."

(einen humorvollen Blick auf diese "Hausmann"-Zeit gibt das Buch "Mit Kakao und Pistole halten wir Papa auf Trab", erschienen 1990 als Taschenbuch bei Rowohlt . ) 

Mal schreibt er ein Jugendbuch für Elfjährige, mal einen satirischen Roman für Erwachsene, mal Kinderlieder, dann ein Bilderbuch. Mit dem Komponisten Hans Niehaus schreibt, singt, spielt und interpretiert er einen irrwitzigen Soundtrack, zu dem im Lübecker Marionettentheater eine abgedrehte Revue aufgeführt wird - das Stück läuft über 15 Jahre (von 1988 bis 2003).

Sein Werk ist so kraus und unübersichtlich, dass es sich jeder Einordnung entzieht.

mit Gitarre 2

Hier zum Mitschreiben: Zusammenfassung Biografie

Wolfram Eicke

Er sei ein "Hippie mit preußischer Disziplin", sagen Freunde und Kollegen. Auf höchst eigenwillige Weise behauptet sich Wolfram Eicke seit 28 Jahren als Jugendbuch-autor und Liedermacher im "Haifischbecken des Freien Marktes". Ohne Agenten, ohne Werbung und ohne Bindung an einen Verlagskonzern.

Er schreibt Lieder und Geschichten zum Lachen, zum Mitfiebern und zum Träumen - für alle Altersgruppen.

Sein Musical "Der kleine Tag", von Rolf Zuckowski produziert, hat sich als CD bislang über 140.000 mal verkauft und wird als Bühnenstück in ganz Deutschland gespielt. Auf der CD "Das silberne Segel" (Vertonung seines gleichnamigen Romans) singen Stars wie Nina Hagen, Stefan Gwildis, Uwe Ochsenknecht und Annett Louisan – mit denen er spontan auch mal im TV auftritt, wie bei der José-Carreras-Gala vor 5 Millionen Fernsehzuschauern. (Video dazu unter "Filme") Dann zieht er sich wieder zurück, um in Ruhe träumen und schreiben zu können.

Wolfram Eicke, Jahrgang 1955, trampte früher als Straßensänger durch Europa. Nach einer journalistischen Ausbildung wurde er Redakteur und Moderator beim Rundfunk in London, Berlin, Baden-Baden und Hamburg.

Die Verbindung von Geschichten und Musik wurde sein "Markenzeichen". Am liebsten tritt er mit seiner Gitarre bei geschlossenen Veranstaltungen vor kleinem Publikum auf, in Büchereien, Schulen, Theatern und Buchhandlungen. So kamen inzwischen über 3000 Auftritte zustande – wer von ihm gehört hat oder ihn kennt, lädt ihn ein. Nicht nur in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich, sondern auch (über die Goethe-Institute) in entlegene Länder wie Finnland oder Südafrika.

Wolfram Eicke hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Leselust zu zu fördern und die Phantasie anzuregen. Er lässt die jungen Zuhörer auch mittexten und singt dann Lieder, die spontan im Raum entstanden sind.

Thematischer Schwerpunkt der Bücher und Lieder: neugierig aufs Leben machen, um die eigene Wirklichkeit zu erforschen und phantasievoll zu gestalten. Es geht in den meisten Texten um Lebensfreude und Mut.

Wolfram Eicke ist mit einer Lehrerin verheiratet und hat zwei Kinder, die schon erwachsene junge Männer sind (25 und 23 Jahre alt). Er lebt in Scharbeutz an der Ostsee.

Nachdem er bereits 1998 mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet wurde, bekam er 2001 den "Poldi"-Hörerpreis des WDR zuerkannt und wurde 2004 mit der Paul-Harris-Medaille von Rotary International geehrt.

 


 

Lassen wir den Autor selber sprechen:

Oh, wie oft hab ich gewünscht, ich wäre so wie ihr!

Ein normaler Bürger sein!

Früh mein Tagwerk beginnen,

acht Stunden lang tun, was andere fordern,

den verdienten Feierabend genießen,

mich vor Mitternacht schlafen legen -

Jahr für Jahr, im stetigen Rhythmus.

Ich hab mich lange schlecht gefühlt, weil ich das nie konnte.

Bin nun einmal nacht-aktiv.

Gehe hungrig an den Kühlschrank.

Setze mich dann - zum Beispiel um 23 Uhr zwölf -

an den Schreibtisch. Der Drang zu schreiben. Eine Idee.

Ich weiß genau, dass ich diese Nacht

morgen büßen muss, mit Müdigkeit und schwerem Kopf und Durchfall

und schlafen bis halb zwei und einem halben Pfund mehr auf den Rippen –

aber jetzt!

Da fließt eine neue Geschichte, da wächst ein Songtext oder ein Gedicht!

Und es passiert, dass ich tanze, morgens um drei,

und ich singe mein neues Lied.

Muss ich mich dafür schämen? Will ich einer von den anderen sein?

 

mit Gitarre 1

 

 

Zitate aus seinen Werken:

„Ganz allein auf weiter Flur
saß heute morgen die Temperatur.
Sie wollte sich uns zeigen
und hatte Lust zu steigen.
Doch zu hoch war dieses Ziel,
sie stolperte und fiel und fiel.“

(aus „Wenn das Chamäleon rot wird – wer glaubt ihm, dass es sich schämt?“)

„Sie sind Pahnke gestern nacht im Traum erschienen!
Er hat Sie angezeigt, wegen Ruhestörung.“

(aus „Ruhestörung - 36 Kurzromane über Kippenbek und Pahnke“)

Die Liebe, die Liebe, die Liebe - ach!
Die Liebe ist wie ein Schiebedach:
hell, warm und offen bei Sonnenschein,
doch wenn du mal nicht aufpasst, dann regnet es rein.

(Liedtext)

„Ich bin nur heute!“

(aus „Der kleine Tag“)

„Warum glaubt denn keiner dran,
dass alles gut geh’n kann?“

(aus „Der Notenbaum“)


Stets dabei und nicht wegzudenken: Die Gitarre...Wolfram Eicke tut das, woran er Freude hat.

Viele Texte schreibt er nur für seine Auftritte und Lesungen – ob sie jemals publiziert werden, spielt erst mal keine Rolle. In über 25 Jahren hat er geschätzte 3000 Auftritte absolviert, vor jeder erdenklichen Art von Publikum und jeder erdenklichen Altersgruppe. Schul-Aula, Bücherei, Kleinkunstbühne, Theater, Radio-oder Fernsehsendung - ohne technische Hilfsmittel und ohne Requisiten gelingt es Eicke, ein Publikum mit seinen poetischen Verspieltheiten zu begeistern.

Über die Jahre hat er daraus eine ganz eigene Form der Unterhaltung entwickelt. Eicke erzählt vom Leben: wie wir alle immer wieder auf die Schnauze fallen, uns aber auch immer wieder aufrappeln können. Wenn wir uns nicht geschlagen geben.

Und dabei seit einem Vierteljahrhundert verdammt viel Spaß haben kann, wie ein Hausbesuch bei Wolfram Eicke beweist.