Projekte

Sooooo viele Ideen! Für Bücher, Theaterstücke, Lieder... es macht immer wieder Freude, etwas Neues zu schaffen.

 

 

Über "ungelegte Eier" soll man ja eigentlich nicht sprechen.

Nur so viel:

Zur Zeit bin ich mit Dieter Faber regelmäßig im Tonstudio - wir sind in der Produktion unseres neuen Musicals. Wird was besonders Schönes...

Nebenbei schreibe ich an einem neuen Jugendroman, "Opa Hobo gibt Gas". Wird eine ziemlich verrückte Geschichte, mal sehen, wann ich sie fertig hab.

Und ich helfe meinem Freund Bruno Briendöpke, seine originellen Gedanken an die Öffentlikchkeit zu bringen. Achtet mal auf den Namen. Lohnt sich!

Hier eine Kurzgeschichte, die mir neulich einfiel:

 

Das grüne Fragezeichen

Präsident Bovensiepen steht seit vielen Jahren an der Spitze der Behörde.
Er sitzt.
Im obersten Büro.
Das Gebäude der Behörde hat viele Stockwerke, viele Fahrstühle,
viele Paternoster und viele Treppen. Das Gebäude ist hoch.
Sehr hoch.
Ganz oben in der Spitze sitzt Präsident Bovensiepen in einem behaglichen Ledersessel an seinem riesigen Schreibtisch.

Es ist ein eckiges Büro.
Eckiger Schreibtisch, eckige Schränke und eckige Fenster.
Bovensiepen hat viel zu tun.
Jeden Tag muss er einen ganzen Stapel Akten unterschreiben.
Und stempeln.

Es klopft an der Tür.
„Herein!“ ruft Präsident Bovensiepen.
Ein Untergebener mit einer Aktenmappe tritt ins Büro.
„Ah“, ruft Präsident Bovensiepen, „der Chef der Abteilung D!“
„Entschuldigung“, murmelt der Untergebene mit der Aktenmappe,
„ich leite die Abteilung K!“
„Ja, ja – hab ich doch gewusst, war nur ein Scherz. Was gibt es?“

Der Untergebene legt ihm ein Blatt Papier hin.
„Bitte um Ihre Unterschrift.“
Präsident Bovensiepen überfliegt das Dokument, erinnert sich an den Sachverhalt. Er malt als Unterschrift einen geschwungenen Schnörkel und drückt seinen Stempel mit dem Datum drauf.

„Eine Frage nur“, sagt Präsident Bovensiepen. „Sie wissen, dass ich nicht mehr lange im Amt sein werde?“
Der Untergebene stopft umständlich sein Dokument in die Mappe.  „Ja, sicher... Ihr Nachfolger...“
„Genau!“ ruft der Präsident, „das ist es! Mein Nachfolger! Nicht mehr lange, und er wird hier sitzen! In diesem Büro!“

Präsident Bovensiepen zeigt auf die Bilder an den Wänden.
 „Dann hängt auch mein Bild an dieser Wand! Einer von denen, die früher mal Präsident waren. Es wird nicht mehr lange dauern!“
„Ja, ja, so ist es. In einer Reihe mit Ihren Vorgängern.“

„Meine Vorgänger! Das sind Persönlichkeiten gewesen...“
Präsident Bovensiepen bleibt vor einem Bild stehen.
„Dieser hier!“ ruft er, „der hat die ganze Behörde neu geordnet: in einzelne Abteilungen. A, B, C und das ganze Alphabet. Eine Leistung, die noch heute ihren Wert hat! Sie ... Sie sind in der Abteilung P, sagten Sie?
„Klitzekleine Korrektur: K. Ka - wie Kapitän!“

Der Präsident zeigt auf ein anders Bild. „Diese Vorgängerin hat in großen, mutigen Kategorien gedacht – nicht so kleinkariert wie Abteilung K. Sie hatte die Idee für unser kühnes Gebäude. Ein Kunstwerk! Und solide! Es hält schon seit vielen Jahren... Genial!“
Auch der Untergebene schaut auf das Bild.  Es zeigt eine entschiedene Frau.

„Und dieser Präsident hier...“ Bovensiepen ist zum nächsten Portrait getreten, „ein Gigant! Er hat allen Vorgängen bis heute seinen Stempel aufgedrückt: Er hat das Stempel-System erfunden! Noch heute werden Tausende von Dokumenten jeden Tag gestempelt!“
„Sehr wohl, Herr Präsident, ich verstehe.“ Der Untergeordnete aus der Abteilung K versteht nicht. Er überlegt, ob sein Gesicht wohl gerade lässig genug aussieht.

„Und ich?“
„Aäh... Wie meinen Herr Präsident?“
Bovensiepen strafft sich zu ganzer Höhe. „Wenn ich mal nicht mehr Präsident bin - als was werden Sie mich in Erinnerung behalten?“
„In Erinnerung? Sie?“ Der Untergebene öffnet und schließt nervös die Schnalle seiner Mappe. „Woran ich mich erinnere... Ja! Sie ... Sie haben mal auf dem Jahresfest der Behörde ihren Suppenteller fallen lassen – daran kann ich mich gut erinnern!“
„Ah, schon gut, schon gut... Gehen Sie! Ich habe zu tun!“
Der Untergebene verschwindet.

Jeden Tag pünktlich, immer zuverlässig, denkt der Präsident,
nur das Beste gewollt, mich aufgeopfert...
Und woran erinnern sie sich? Dass ich mal eine Suppe verschüttet habe!
Erregt schreitet Präsident Bovensiepen durch sein Büro.
Das darf nicht sein!
Ich müsste etwas erfinden!
Oder entdecken!
Nachdenklich schaut er aus dem Fenster.
Welche Leistung könnte mich unsterblich machen?
Ich habe nicht mehr viel Zeit.

Mittags, bei einem Sektempfang im Rathaus,
kommt er zufällig neben dem Ratsherrn zu stehen, der für sein Amt zuständig ist.
Man kennt sich, man tauscht sich regelmäßig aus,
man ist im selben Rotary Club.
„Freund Bovensiepen!“ Lächelnd, mit leichtem Neigen des Kinns, streckt der Ratsherr ihm sein Sektglas entgegen.
Präsident Bovensiepen prostet ihm zu.

Man kommt ins Gespräch. Über eine Veranstaltung gestern abend, über einen aktuellen Fall in der Behörde, über den bevorstehenden Ruhestand.
„Darüber denke ich viel nach“, sagt Präsident Bovensiepen, „meine Vorgänger haben sich hervorragende Verdienste erworben, man behält sie in Erinnerung, die Namen untrennbar verbunden mit ihren Leistungen... ich frage mich, äh, für welches Verdienst, ich meine –“
Plötzlich bricht es aus ihm heraus: „Werde ich neben meinen Vorgängern bestehen können? Für welche Leistung wird man mich in Erinnerung behalten?“

Der Ratsherr überlegt. „Haben Sie in den vielen Jahren eine bestimmte Gesetzmäßigkeit entdeckt?“
„Ein Gesetz?“
„Ja – wie etwas funktioniert, oder wie etwas nicht funktioniert. So etwa wie: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Oder etwas Ähnliches.“
„Ein neues Gesetz“, sagt Bovensiepen verträumt, „ja, dafür sollte man mich in Erinnerung behalten...“

Das bringt den Ratsherrn auf eine Idee. Wie würde es sich in der Presse machen, wenn ich meinem verdienten Amtsleiter zum Geburtstag...  
„Verkünden Sie ein neues Gesetz!“ schlägt der Ratsherr vor, „die Essenz Ihrer Erfahrung und Ihres Sachverstands. Es soll zu Ihrem Geburtstag einen Tag lang gelten. Wenn das Gesetz sich bewährt, soll es bleiben.“
„Zu meinem Geburtstag? Das ist ja schon übermorgen...“
„Um so besser“, lächelt der Ratsherr, „nie etwas auf die lange Bank schieben!“

Zurück vom mittäglichen Sektempfang, geht Präsident Bovensiepen unruhig in seinem Büro auf und ab.
Ein Gesetz.
Etwas Neues.
Was es noch nie gegeben hat. Wofür die Bevölkerung mich lieben wird.
Wo ich der erste bin!
Eine Verbesserung der Lebensqualität?
Etwas erlauben, was bislang verboten war!
Aber was?
Das Telefon klingelt.
Dafür hab ich jetzt keine Zeit! Er hält sich die Ohren zu und geht noch schneller durch sein eckiges Büro auf und ab.

Erlauben, wieder ohne Helm Fahrrad zu fahren? Sich den Fahrtwind durchs Haar streichen lassen... Wär das herrlich!
Nein, da hätte ich sofort alle Sicherheitsfanatiker gegen mich, und die Fahrradläden und die Lobby der Helmhersteller.
Das Telefon klingelt weiter. Wenn seine Sekretärin so lange klingeln lässt, muss es etwas Wichtiges sein.

Erlauben, dass...

„Ja, was ist denn?“ brüllt er in den Telefonhörer.
„Ein Abteilungsleiter hat eine Frage...“
„Später! Darüber werde ich später entscheiden. Im Moment habe ich nachzudenken.  Und wünsche nicht gestört zu werden.“

Wo war ich? Etwas erlauben. Übermorgen ist mein Geburtstag.
Ich darf ein Gesetz verkünden, das mich überlebt.
Wenn es sich bewährt.

Wenn ich erlauben würde, dass... man wieder in der freien Natur Lagerfeuer machen darf!
Nein, da hätte ich nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren, sondern auch die Waldschützer gegen mich.
Ein originelles Gesetz.
Das es noch nie gegeben hat.

Ihm fällt nichts ein.
In jedem denkbaren Bereich würde er auf einflussreiche Gegner stoßen.

Wieder klingelt das Telefon.
„Ich hab gesagt, ich will nicht gestört werden!“
„Es geht um eine dringende Frage - “
„Nein!“ unterbricht er die Stimme der Sekretärin, „ich kann jetzt keine Fragen gebrauchen. Keine weiteren Anrufe, bis ich es sage!“
 
Wütend schreitet er im Zimmer auf und ab.
Auch am nächsten Tag hat er noch keine zündende Idee.
Besprechungen, Konferenzen, Anrufe, Besucher...
Präsident Bovensiepen flüchtet in den Waschraum, erfrischt seinen Nacken mit kaltem Wasser.
Nachdenken! Wieder schreitet er in seinem Büro auf und ab.
Und wieder klingelt das Telefon.
Immer wird man gestört!
Zornig zerstampft Bovensiepen das Telefon auf dem Boden.
Diese widerlichen Störer, die mich seit Jahren daran hindern, etwas Großes zu vollbringen –  die müsste man alle...

Sich rächen!
Sollen die Leute mich eben fürchten!

Er bleibt stehen.
Was hab ich gerade gedacht?
Immer noch besser, als vergessen werden.
Ich habe nicht mehr viel Zeit.

Etwas verbieten!
Das ist zwar immer dumm - was verboten ist, wollen erst recht alle tun.
Aber vielleicht finde ich etwas Neues. Und wenn es noch so absurd ist. Ein Verbot, das meinen Namen trägt.
Was unauslöschlich im Jahresbericht vermerkt wird.

Es ist verboten...
Aber es ist ja schon so gut wie alles verboten!
Unter den Sternen am Strand übernachten?
Schon längst verboten.
Es ist verboten, auf langen Reisen etwas zu trinken mitzunehmen!
Nein, geht auch nicht – ist schon seit Jahren verboten.
Es ist verboten... Hunde bellen zu lassen! Gibt es auch schon.
Noch verrückter denken! Völlig krank!
Der Präsident stöbert im Internet –
Was ist noch nicht verboten?
Noch böser denken. Noch gemeiner!

Ich hab’s! Es ist verboten, die falsche Glühbirne rein zu schrauben!

Aber was der Präsident sich auch ausdenkt –
jedes Mal muss er feststellen, dass es bereits verboten ist.

Präsident Bovensiepen gibt nicht auf.
Etwas verbieten, das ohnehin keiner tun will?
Da kommen wir vielleicht der Sache näher.
Etwas, das alle hassen wie die Pest...
Ein völlig neues Gesetz.

In diesem Moment geht die Tür auf.
Ein Untergeordneter mit einer Mappe. „Eine Frage nur – ich komme aus der Abteilung B –“
„Eine Frage?“ ruft Präsident Bovensiepen erbost, „Sie wagen es, mich mit einer Frage zu belästigen? Andauernd Fragen, immer wieder Fragen, ständig werde ich gestört – es müsste verboten werden, das man immer gefragt wird...“

Er hält inne.
Ist es das nicht?
Keiner will andauernd gefragt werden.
Rasch fertigt er den B-Untergeordneten ab und befiehlt seiner Sekretärin:
„Sorgen Sie dafür, dass alle Abteilungsleiter sofort in mein Büro kommen! Das gesamte Alphabet! Es gibt viel zu tun!“

26 Abteilungsleiter bewegen sich nach oben,
in Fahrstühlen und Paternostern.
Ein paar nutzen die Gelegenheit für ein bisschen Fitness zwischendurch,
sie klettern die Treppen hoch.

Bei dem dichten Gedränge in seinem Büro
muss sich der Präsident auf den Schreibtisch stellen.
„Ab Mitternacht gilt ein neues Gesetz“, verkündet er.
„Schreibt es auf große Plakate und klebt sie an alle Wände in der Stadt!“
Er verteilt Zettel, auf denen das neue Gesetz geschrieben steht.
Die Abteilungsleiter machen sich auf den Rückweg.
Der Präsident ruft ihnen hinterher: „Und schickt mir aus jeder Abteilung drei ausgewählte Leute – für besondere Aufgaben! Sofort!“
„Drei Leute?“
„Aus allen 26 Abteilungen jeweils drei. Also 78 Leute!“

Präsident Bovensiepen reibt sich die Hände. Seine Augen leuchten.
Er wird Macht haben! Eine eigene Ordnungsmacht!
Plötzlich setzt ein Poltern ein. Auf allen Treppen.
Es kommt immer höher, immer näher, immer lauter.
Der Ansturm der 78 ausgewählten Untergeordneten aus allen Abteilungen.

Im Büro ist es so eng geworden, dass der Präsident gegen die Wand gequetscht wird. „Ihr alle werdet helfen, ein neues Gesetz zu kontrollieren!“ ruft er mit eingeklemmter Stimme, „ihr seid eine neue Ordnungstruppe!“
„Was genau sollen wir tun?“ ruft ein Untergebener aus der Abteilung T.
„Wer das Gesetz nicht befolgt, äh,
also wer dagegen verstößt...
wird ... mit einem grünen Fragezeichen auf die Stirn tätowiert!“ sprudelt es plötzlich aus ihm heraus.

Das ist gar nicht schlecht, denkt der Präsident. So hab ich sofort neue Aufträge für die Industrie. Tätowiergeräte, da tu ich auch was gegen die Arbeitslosigkeit.

„Wo finden wir die Gesetzesbrecher?“
„Ihr bildet 13 Trupps, jeweils 6 Leute. Jeder Trupp durchkämmt regelmäßig sein Einsatzgebiet...“ Der Präsident verteilt Straßenkarten mit den jeweils markierten Bereichen.
„Eine Truppe? Wie soll sie heißen? Haben wir auch einen Namen?“ will ein Untergeordneter aus der Abteilung N wissen.
„Ja – äh, ihr seid die Truppe der... äh,  der Gestreiften! Weil ihr auf Streife geht. Ab Morgen früh seid ihr auf den Straßen, in gestreiften Uniformen – denn ab dann gilt unser neues Gesetz!“
„Wie heißt denn das Gesetz eigentlich?“


„Es ist verboten, gefragt zu werden“, steht am Morgen auf Plakaten an jeder Straßenecke.

Viele Bürger gehen an den Plakaten vorbei. Manche beachten sie gar nicht,
manche starren teilnahmslos auf die Buchstaben, ohne sie zu begreifen,
andere spucken im Vorbeigehen darauf,
manche machen sie mit Spraydosen oder Filzstiften unleserlich,
einige bleiben lange davor stehen.

„Dieses Gesetz verstehe ich nicht“, sagt ein älterer Bürger zu einer Frau, die ebenfalls stehen geblieben ist, „können Sie mir das erklären?“
Sofort stürmt hinter einer Häuserecke ein gestreifter Trupp hervor. Die Frau wird umzingelt. Stimmen brüllen auf sie ein:
„Mitkommen!“
„Sie sind gefragt worden!“
„Das ist verboten!“
„Wir werden Ihnen ein grünes Fragezeichen auf die Stirn tätowieren!“
„Aber warum denn?“
Der Gestreiften-Truppler, der gerade gefragt wurde, kneift sich in den Hintern. „Mist, jetzt habe ich mich selber strafbar gemacht – ich bin gefragt worden!“

„Sehr gut“, denkt Präsident Bovensiepen, „sie fürchten mich! Dann werden sie mich nicht vergessen!“
Es klopft an seiner Tür.
Ein dünner, langer Untergeordneter kommt ins Büro. „Ich sitze in der Auskunft“, sagt der dünne Untergeordnete. „Sie müssen eine Ausnahme zulassen.“
„Das Gesetz gilt für alle“, sagt der Präsident.
„Aber wir in der Auskunft müssen jeden Tag gefragt werden! Sonst können wir doch keine Auskünfte geben!“
„Nein, keine Ausnahmen!“ bellt der Präsident. „Sie werden mir noch dankbar sein, dass Sie nicht mehr von lästigen Fragen gequält werden!“
Und er freut sich: Man wird mich nicht nur fürchten, man wird mir sogar danken!

Unter jedes Plakat wird ein Zusatz geschrieben: „Das gilt für jeden! Keine Ausnahme! Wehe, du wirst gefragt!“

Der Ratsherr, auf seinem Weg nach Hause, betrachtet das Plakat.
Da sieht er Präsident Bovensiepen das Amtsgebäude verlassen.
Der Ratsherr spricht ihn an:
„Haben Sie den Eindruck, dass sich das neue Gesetz bewährt?“

„Ja! Keine Ausnahme!“ brüllt der gestreifte Trupp.
Zwölf Hände in gestreiften Handschuhen strecken sich ihm entgegen, versuchen nach dem Mantel des Präsidenten zu greifen.

Bovensiepen windet sich aus dem Mantel, lässt ihn den Häschern als Beute,  
er flüchtet zurück ins Gebäude,
springt in einen Paternoster und verschanzt sich hoch oben in seinem Büro.
Er zittert. Vor Zorn vor Wut, vor Scham.
Ein blödes Gesetz, ein bescheuertes Gesetz!
Alle werden mich auslachen!
Ich ziehe es zurück! Keinen Tag länger darf es gelten –
aber was mach ich dann bloß?
Ich hab nicht mehr viel Zeit; mein Geburtstag ist in wenigen Stunden vorbei!

- - - - -


Zwei Monate später wird vor dem Gebäude der Behörde ein riesiges Denkmal enthüllt.
Ein würdiger, alter Untergebener hält die Laudatio.
„Endlich ein Denkmal für unseren verehrten Präsidenten Bovensiepen!
Ein wichtiger Mann, auf dessen Lebensleistung wir mit Ehrfurcht blicken.
Durch seine Idee einer Hilfstruppe hat er unser aller Leben bereichert!
Mit den Gestreiften haben wir nun immer zusätzliche Hilfe,
wenn wir welche brauchen.
Dank Präsident Bovensiepen!
Ein mutiger Mann, der überdies noch im letzten Moment ein unsinniges Gesetz gestoppt und uns Mitbürger vor Unbill bewahrt hat.
Er lebe hoch! Hoch! Hoch!“

Der Bildhauer hat sich besonders viel Mühe gegeben;
sein Denkmal für Präsident Bovensiepen ist ein bedeutendes Kunstwerk geworden,
das von Jahr zu Jahr mehr Touristen in die Stadt lockt.

Und die Gestreiften haben ihre Ohren überall.

                                                                                                                         Wolfram Eicke